Die Integration der beiden Staaten erfolgte auch auf wirtschaftlicher Ebene. Das Datum der Erklärung der Währungsunion zwischen der DDR und der BRD wurde festgelegt, und die Union trat am 1. Juli 1990 in Kraft. Am 23. August 1990 verabschiedete die Volkskammer in ihrer außerordentlichen Sitzung die Wiedervereinigung beider Teile Deutschlands im Verhältnis 294 zu 64 und am 31. August 1990 wurde der Wiedervereinigungsvertrag vom DDR-Staatssekretär Günther Kraus und vom westdeutschen Innenminister Wolfgang Schäubl unterzeichnet. Der Vertrag enthielt 45 Artikel und drei Anhänge. Im Vertrag wurden die Beziehungen zwischen den beiden deutschen Republiken definiert und die staatliche Teilung der ehemaligen DDR in fünf durch die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland geregelte Föderale Republiken festgelegt. Eine Umfrage in vier Ländern im Januar 1990 ergab, dass eine Mehrheit der befragten Amerikaner und Franzosen die Wiedervereinigung befürwortete, während Briten und Polen stärker gespalten waren. 69 % der Polen und 50 % der Franzosen und Briten gaben an, dass sie sich Sorgen machen, dass ein wiedervereinigtes Deutschland « die dominierende Macht in Europa » werde. Die Befragten äußerten mehrere Bedenken, darunter Deutschland, das erneut versuchte, sein Territorium zu erweitern, eine Wiederbelebung des Nationalsozialismus und die zu starke deutsche Wirtschaft.

Während Briten, Franzosen und Amerikaner den Verbleib Deutschlands in der NATO befürworteten, unterstützte eine Mehrheit der Polen die Neutralität der wiedervereinigten Nation. [30] Die Haltung des britischen Premierministers änderte sich erst nach dem Dubliner Gipfel im Mai 1990; der Gipfel garantierte die bestehenden Grenzen auf Oder und Neiße. So könnten die anschließenden Verhandlungen in der Zusammensetzung 2+4 in einem emotionsloseren Geist geführt werden. Am 12. September 1990 wurde in Moskau der Vertrag über die endgültige Regelung mit Respekt für Deutschland unterzeichnet. Dieses Hauptdokument legte die deutsche Wiedervereinigung aus völkerrechtsrechtlicher Sicht fest. Vor dem Fall der Berliner Mauer sagte die britische Premierministerin Margaret Thatcher dem sowjetischen Generalsekretär Michail Gorbatschow, weder Großbritannien noch Westeuropa wollten die Wiedervereinigung Deutschlands.

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